Und wieder ist ein Jahr vorüber und der obligatorische Jahresrückblick steht an. Diesmal sogar am letztmöglichen Tag nämlich am 31. Dezember 2011. Ich kann hier nicht für alle – schon gar nicht für alle Menschen – sprechen, aber für mich, meine Familie und den Ohrland Verlag war es ein gutes Jahr mit vielen interessanten und nachhaltigen Erlebnissen, Begegnungen und Veränderungen. Vieles davon ist auch in diesem Blog dokumentiert, daher werde ich wie immer auf ausgewählte Artikel verlinken.Los ging’s im Februar mit der Hörbuchvorstellung & Lesung von Gretchen 89ff in der Krimibuchhandlung Totsicher in Berlin. Bernd Rumpf und Roswitha Dost, die auch schon die Uraufführung des Stücks inszeniert und gespielt haben, konnten in Anwesenheit von Autor Lutz Hübner einiges über die Entstehungsgeschichte der Hörspielfassung berichten. Krönender Abschluss war die Darbietung von zwei Szenen aus dem Stück die für viele Lachtränen und begeisterten Beifall gesorgt haben.
Gleichzeitig wurden die Aufnahmen zu unserem Gruselhörbuch Linda Budingers Schauergeschichten mit der wunderbaren Karen Schulz-Vobach im Tonstudio Ton-in-Ton durchgeführt. Das Gruselhörbuch ist jetzt für eine Veröffentlichung Anfang 2012 vorgesehen.
Kaum zurück aus Berlin gingen auch schon die Vorbereitungen für die Leipziger Buchmesse los. Wie jedes Jahr wurde eine aktuelle Hörproben-CD produziert, die nicht nur Ausschnitte aus unseren Hörbüchern und Hörspielen aneinanderreiht, sondern auch kleine Geschichten zu den jeweiligen Projekten erzählt. Eingesprochen wurde die CD von Thomas Lang, einer bekannten WDR-Stimme und Vocalcoach bei vielen TV-Serien. Die Demo-CD ist inzwischen vergriffen. Wer möchte, kann sich aber im Pressebereich der Ohrland Webseite registrieren und die gesamte Demo-CD als mp3-Version herunterladen.
Die Buchmesse erlebte dann die Premiere der Verleihshop.de/Hörspielgemeinschaft Hörspielarena. Damit hat das Hörspiel endlich einen eigenen, repräsentativen Bereich auf der Buchmesse. Eine große Leistung der Hörspielgemeinschaft, die auch im kommenden Jahr fortgesetzt werden wird. Da mich meine Frau diesmal nach Leipzig begleitet hatte, konnten wir auch abseits der Messe einiges unternehmen.
Ein Herzensprojekt war dieses Jahr die Veröffentlichung von Zeitreise in die Tiefe. In diesem von Josef Tratnik eingelesenen Hörbuch verarbeitet der ehemalige Bergmann Lothar Köhling seine Erlebnisse und Erfahrungen aus dem Steinkohlenbergbau der 60er und 70er Jahre. Besonders gefreut habe ich mich dann auch über die Anerkennung des Finanzministers NRW, Dr. Nobert Walter-Borjans, der sich lobend in einem Schreiben über das Hörbuch äußerte.
Seit dem 28.April ist der Ohrland Verlag auch auf Facebook zu finden. Ich hatte mich lange gegen diesen Schritt gesträubt – wer weiß denn schon, ob man da nicht durch einen falschen Mausklick unbeabsichtig 25.000 Idioten zum Freibier einlädt oder seine persönlichen Daten ans FBI übermittelt? – habe aber letztlich eingesehen, dass dieses Soziale Netzwerk wirklich viele Vorteile bringt, da man direkt und unmittelbar mit Hörern und Fans kommunizieren kann. Und mit etwas Arbeit kann man die Sicherheitseinstellungen des Profils auch recht gut einstellen. Dennoch sollte man z.B. von der Veröffentlichung kompromittierender Fotos oder dergleichen immer noch absehen, denn das Internet vergisst nichts. Inzwischen hat Ohrland über 200 Freunde, Tendenz weiter steigend.
Am 11. Mai ging dann das Produktionstagebuch von Cungerlan – Reloaded an den Start. Hier kann man alle Entwicklungsschritte, die das Projekt gemacht hat, detailliert nachlesen. Ich denke, dass ich das Tagebuch auch im kommenden Jahr fortführen werde. So hat man irgendwann eine vollständige Chronologie aller Cungerlan Folgen. Mal sehen, wann der letzte Eintrag (in etwa so „Folge 12 veröffentlicht. Die Saga ist abgeschlossen! Hurra!“) erfolgen wird.
Am 4. Juni wurde das erste Making of… Video zum Cungerlan Neustart auf youTube hochgeladen. Darin wird kurz erklärt, wie sich alte und neue Fassung unterscheiden. Außerdem kann man einen kurzen Blick ins Tonstudio artaudio werfen und unserem Tontechniker Matteo Bohé bei der Arbeit an einer Szene vom Anfang der ersten Folge zusehen. Matteo hat mit der dynamischen Mischung von Cungerlan Folge 1 (Neuausgabe) eine großartige Leistung vollbracht, die, wie das Hörspiel selbst, ungewöhnliche und innovative Wege geht. Mehr dazu und dem "EDK – Extrem Dynamischer Klang" folgt demnächst.
Unter dem Motto „Gestern auf der Messe – heute in Berlin“ waren Hörspiele von Ohrland auch auf der HörGut Berlin-Mitte 2011 vertreten. Eine schöne Veranstaltung, an der wir nächstes Jahr gern wieder teilnehmen werden.
Vom 21. Juni bis zum 6. August bezog der Ohrland Verlag sein neues Domizil im Grünen außerhalb von Köln. Während des Umzugs mussten die Arbeiten an allen Projekten leider unterbrochen werden bzw. liefen „auf Sparflamme“ weiter. Inzwischen haben wir uns in unserer neuen Heimat gut eingelebt und fühlen uns hier pudelwohl.
Während des Umzugs habe ich noch Cungerlan® Lifestyle Sets entdeckt, die sogleich erfolgreich an den Mann gebracht wurden (bevor einer fragt: Alles ratzekahl weg!). Mit dem Neustart und der weiteren Verbreitung von Cungerlan Hörspielen werde ich sicherlich nochmal über Merchandising Produkte nachdenken.
Nachdem der erste Onlineshop mehr oder weniger ohne Vorwarnung wegen Geschäftsaufgabe des Providers von heute auf morgen aus dem Netz gelöscht wurde, musste schnell eine neue Plattform für den Onlineverkauf unserer Hörspiele und Hörbücher her. Schon am 25. August konnte ich den bei Hosteurope gehosteten Ohrland-Shop freischalten. Wer uns was Gutes tun will und uns unterstützen möchte, kann gern über diesen Shop bestellen, denn anders als bei anderen Onlineplattformen verschwinden hier nicht vom Erlös jeder verkauften CD über 50% im Zwischenhandel (Mehrwertsteuer und Auslieferungfsgebühren sind da noch nicht eingerechnet). Aber ich will mich nicht beschweren, das Problem haben schließlich alle, nicht nur Ohrland.
Vom 2. bis 7. September wurden vom Hoerspieltag.de nahezu 10.000 Promo-CDs auf der IFA 2011 in Berlin verteilt. Mit auf der CD ein exklusiver 8-minütiger Ausschnitt aus Cungerlan – Folge 1 (Neufassung). Danke an Ines und ihr Team für die großartige Arbeit!
Im Zuge meiner Aktivitäten auf Facebook habe ich Rouven-Kennedy kennengelernt, der seit Jahren ein begeisteter Cungerlan-Fan ist. Er hat mir vorgeschlagen, eine Art Fanclub auf Facebook zu gründen. Der Fanclub – die „Cungerlan Ultras“ – befindet sich seit dem 8. November im Aufbau und wird von Rouven-Kennedy geleitet. Wer ein eigenes Facebook-Profil hat, kann den Ultras beitreten. Für das neue Jahr sind einige spannende Ideen und Aktionen im Zusammenhang mit den Ultras geplant. Es lohnt sich auf jeden Fall.
Ein ganz besonderes Highlight war die Sendung aller Folgen der Erstausgabe von Cungerlan auf hörbuchFM. Dazu wurde ein umfassendes Interview für die Lauskultur aufgenommen sowie ein begleitendes Gewinnspiel auf der Facebook-Seite von hörbuchFM durchgeführt. Zu gewinnen gab es u.a. von Jo Weil signierte Cungerlan-CDs.
Und dann war es endlich soweit: CUNGERLAN Folge 1: Die Geburt der Revolution (Erweiterte Neuausgabe) wurde am 18. November als Doppel-CD veröffentlicht. Zeitgleich konnte ich mir einen zweiten Traum erfüllen und auch die wunderbare Musik von Robert Herrmann als Soundtrack-CD herausbringen. Ich finde, die Titelmusik hat absoluten Ohrwurmcharakter, und auch die anderen Stücke sind absolut gelungen, wobei mir „Todesfalle Sanruhn“ und „Lighthunter Loungemix“ ganz besonders gut gefallen.
Die bisherigen Besprechungen und das Feedback, das ich per Email oder über Facebook erhalte, sind sehr ermutigend. Es stehen noch einige Rezensionen zur neuen Folge 1 aus, aber bisher ist der Tenor sehr positiv. Gerade eine schrill-schräge Serie wie Cungerlan stößt ja doch oft auf eher ablehnende oder unversöhnliche Kritik, denn Humor ist eine todernste Sache. Worüber der eine lacht, das findet der nächste schon wieder nicht so witzig. Unterm Strich ist Cungerlan aber einfach nur eines, eine verdammt gute Geschichte mit skurrilen, einzigartigen Figuren, ausgeflippten Ideen und einer erfrischend ironischen Grundhaltung, die die Serie vom Ernst vergleichbarer „Fantasy“-Geschichten wohltuend unterscheidet.
War 2011 also ein gutes Jahr? Ich würde sagen, ja, das war es. Zumindest für mich und meine Familie und den Ohrland Verlag. Ich möchte mich an dieser Stelle bei allen bedanken, die uns im vergangenen Jahr mit Rat und Tat unterstützt haben. Ganz besonders aber bei meiner wunderbaren Frau, die mir die Kraft gibt, zusammen mit ihr meinen Traum zu leben.
Also, 2012 kann kommen. Wir hören uns!


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