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Dienstag, 23. Dezember 2008

Frohe Festtage und einen guten Rutsch!


Das Team von Ohrland wünscht allen Freunden von CUNGERLAN und den Lesern dieses Weblogs ein frohes Fest und einen guten Rutsch! Wir machen bis zum 5. Januar 2009 unsere wohlverdienten Weihnachtsferien. Dann geht es in alter Frische und mit neuem Elan weiter. Mögen wir uns alle gesund und munter im neuen Jahr wiedersehen!

Sonntag, 14. Dezember 2008

Die Erschaffung einer Welt - Interview mit Coverartist Steven Bagatzky

Obwohl oder gerade weil CUNGERLAN eine Hörspielserie ist, ist die Gestaltung des Coverartworks eine besonders wichtige und auch heikle Angelegenheit. Die Klangwelt von CUNGERLAN erzeugt schließlich bei jedem Hörer seinen eigenen "Kopffilm". Dennoch war es mir wichtig, für die Hörspielserie ein ansprechendes Artwork zu kreieren, dass dazu einlädt, Jerrys skurrile und fantastische Welt zu betreten, ohne dabei die eigene Phantasie zu sehr zu bevormunden.

Um dieses Ziel zu erreichen, habe ich verschiedene talentierte Illustratoren gebeten, mir ihre Vorstellungen zum Artwork für CUNGERLAN vorzustellen. Dabei ist mir ganz besonders Steven Bagatzky aufgefallen, der mit seinen Illustrationen genau den Stil getroffen hat, den ich für CUNGERLAN wollte.

Folgend ein interessantes Interview mit Steven:

Bitte erzähl uns kurz etwas über Dich, was Du machst und an welchen Projekten Du bisher beteiligt warst.

Mein Name ist Steven Bagatzky, Ich bin 25 Jahre alt, studiere an der Kunsthochschule Saarbrücken Kommunikationsdesign auf Diplom und werde hoffentlich und voraussichtlich nächsten April meinen Abschluss machen. Ich habe mich praktisch mit Studienbeginn selbstständig gemacht und jetzt seit 5 Jahren freiberuflich als Illustrator unterwegs. Cungerlan war und ist das erste Projekt an dem ich in dieser Form beteiligt war. Ansonsten habe ich Rollenspielillustrationen für FantasyFlightGames und WhiteWolf gemacht, hab ein paar Comiccover für IndyPublikationen gemalt und verdiene die meiste Zeit mein Geld mit Storyboardillustrationen für die Werbung.

Wie kam es zur Zusammenarbeit an „Cungerlan“ und wie lief diese ab?

Frank schrieb mir – wie auch immer er auf mich gestoßen war da ich zu diesem Zeitpunkt eigentlich kaum/keine Werbung machte – eine email in der er mir von Cungerlan und seiner Suche nach einem Illustrator erzählte. Da mich das Szenario interessierte und Lust hatte anstatt Storyboardillustraionen, aufwändigere Illustrationen anzugehen meldete ich mich mit Interesse zurück und kurz darauf telefonierten wir. Dann ging alles recht schnell, ich bekam von Frank Ideenskizzen zu allen Illustrationen. Darauf war bereits grob die Komposition festgelegt und alles wichtige eingezeichnet. Dazu schrieb Frank mir noch erklärende Texte die mir, da ich selbst die Hörspiele ja auch noch nicht kannte, das Setting näher bringen sollten. Ich fertigte Skizzen an, stimmte sie mit Frank ab und arbeitete dann weitestgehend selbstständig die Illustrationen aus. An kritischen Punkten hielten wir Rücksprache, bei manchen Illustrationen mehr als bei anderen und im Endstadium gingen die Illustrationen zwischen uns beiden hin und her bis wir zufrieden waren. Erwähnenswert sind denke ich, die ganzen Referenzen die Frank mir bereitstellte. So ziemlich alles was ich für eine Illustration an Bildmaterial und Inspiration gebrauchen konnte, hatte Frank bereits zusammengetragen. Daran merkt man auch, wie sehr Frank sich schon mit dem ganzen Cungerlanuniversum auseinander gesetzt hat. Es gab keine Frage auf die er keine Antwort gehabt hätte, kein Objekt für das es keine Referenz gegeben hätte. Das war schon etwas Außerordentliches.

War dies die erste Hörspielproduktion, für die Du tätig warst?

Ja war es, es gab zwar schon früher Anfragen doch aufgrund der fehlenden Bereitschaft Illustration als Arbeit anzuerkennen, landeten diese Anfragen sehr schnell im Papierkorb.

Gab es spezielle Vorgaben, an denen Du Dich orientieren solltest? Wenn ja, wie müssen wir uns das vorstellen?

Ich habe vorhin ja bereits die Referenzen und Hintergrundinformationen erwähnt die Frank mir bereitstellte. Das waren erläuternde, grob das Szenario beschreibende Texte. Was passiert in der Szene, wer trägt welche Kleidung, wer betrügt am Ende alle, solche Sachen eben. Darüber hinaus gab mir Frank mit jeder weiteren Illustration immer größer werdende Ordner mit Referenzmaterialien. Darin waren Bilder von Kostümen, Waffen, Heavy Metal-Cover, etc. die mir bei meiner Arbeit helfen sollten. Für das Cover der dritten Ausgabe fertigte Frank eine Collage des Raumschiffes an, die müsste man eigentlich im Booklet des Hörspiels zeigen. Einfach genial! Mein Raumschiff sieht zwar anders aus, doch seinen Einfluss hat die Collage gehabt. Ganz zu schweigen davon, dass ich darauf nicht vorbereitet war und lauthals los lachte als ich die Datei öffnete. Im positiven Sinne!

Wie gehst Du an eine Illustration heran? Wird noch viel von Hand gearbeitet oder ist auch bei Deiner Arbeit der Computer das wichtigste Arbeitsmittel?

Der Computer ist das wichtigste Arbeitsmittel, dennoch ist alles von Hand gearbeitet. Der Computer ist ein Werkzeug wie jedes andere, es ist ja nicht so dass ich dem Computer mal eben sagen könnte »Male mir einen Mann, Mitte 40, graues Haar, Breitbeinig dastehend, Jeanshose, dreckiges Hemd lose aus der Hose schauend, linke Hand in der Hosentasche, rechte Hand zum Stinkfinger erhoben, ....« und der Computer erledigt das dann für mich. Natürlich ist der Arbeitsprozess ein wenig anders als bei den traditionellen Malmedien, doch auch am Computer führe ich jeden Strich selbst aus. Farben, Formen, Details, all das wähle ich selbst und bringe es in die Illustration ein. Der Computer ist nur die Plattform, das Werkzeug.

Was ist an Deinen Illustrationen zu „Cungerlan“ anders als im Vergleich zu Deinen bisherigen Arbeiten? Welche der Illustrationen für „Cungerlan“ gefällt Dir selbst am besten?

Neben dem Aufwand ist denke ich der größte Unterschied, dass die Welt nicht Meister- Proper-rein und weichgespült ist wie es in der Werbung ist. Der Look meiner Storyboadarbeiten ist ein vollkommen anderer und es war eine ziemliche Herausforderung für mich, mich hierauf einzulassen. Mein Favorit ist die Illustration der 2. Ausgabe, dieses Monster zu illustrieren hat großen Spaß gemacht. Aber auch sonst gefällt mir die Illustration aufgrund der Komposition und Wirkung am besten von allen Illustrationen. Was nicht heißen soll dass die Übrigen schlecht sind.

“Cungerlan“ ist eine Independent-Produktion. Glaubst Du, dass hierbei eine größere Verantwortung auf Dir lastet, als bei Mainstream-Projekten, bzw., dass Du Dich entsprechend mehr einbringen kannst?

Nein. Natürlich ist Verantwortung vorhanden, schließlich fertige Ich die Bilder an die nachher im Regal zu sehen sind und evtl. entscheidend dafür sein werden, ob jemand die CD in die Hand nimmt um sich dann erst den Klappentext durchzulesen. Doch diese Verantwortung hat man als Illustrator gleich bleibend immer wenn man für Verkaufsobjekte illustriert, egal ob Indi oder Mainstream-Publikation. Auch würde ich nicht sagen dass Indi automatisch höheren Eigenanteil bedeutet, es gibt auf beiden Seiten Verantwortliche die offen genug sind, den Illustratoren Freiheiten zu gewähren. Genau so gibt es auch auf beiden Seiten Leute, die nichts außer der eigenen Vision sehen und die reine Ausführung dessen wünschen.

Hörst Du viele Hörbücher und Hörspiele? Wenn ja, welche? Was denkst Du allgemein über Hörbücher und Hörspiele?

In letzter Zeit weniger da ich hauptsächlich nach Empfehlung höre, und schon länger nichts mehr empfohlen bekommen habe. Die John Sinclair Hörspiele sind klasse, ein großer Spaß. Durch Rufus Beck Tonlagenvariation würde ich die Harry Potter Hörbücher eigentlich auch als Hörspiel einordnen. Zumindest gefühlt sind da mehrere Sprecher am Werk und die Bücher haben mir schon so manchen Arbeitstag versüßt. Ich hab einige Lovecraft-Umsetzungen hier, ein paar E.T.A. Hoffmann Geschichten und ein paar Indi Hörspiele. Hörbücher und Hörspiele laufen bei mir wenn, nur neben der Arbeit. Deshalb müssen sie für mich auch verhältnismäßig leicht geschrieben und erzählt sein. »Der Weltensammler« z.B. ist ein tolles Buch, ich habe es allerdings zuerst als Hörbuch gekauft und nachdem ich mehrfach versucht habe dieses neben der Arbeit zu hören, mir das Buch gekauft um es zu lesen. Der Erzählstil ist für mich nicht dazu geeignet, nebenher konsumiert zu werden. Ich kann mich aber auch nicht abends hinsetzen und einfach nur ein Hörbuch oder Hörspiel anhören. Egal wie gut geschrieben, egal wie tiefsinnig oder wie flach, innerhalb weniger Minuten schweifen meine Gedanken ab. Es ist mir zu passiv. Oder ich schlafe sofort ein. Rufus Beck kann super zum Einschlafen sein.

Wenn Du die Wahl hast zwischen CD und mp3-Download, wofür entscheidest Du dich?

CD. Zu meinem Leidwesen ziehe ich die CD dem mp3-Download vor. Ich brauch bald schon wieder ein neues CD-Regal. Das ist schon fast wie mit den Büchern bei mir.

Wer sind für Dich die einflussreichsten Illustratoren des 20. Jahrhunderts?

Puh, gar nicht so einfach. Ich würde mich gerne einer Antwort entziehen denn nach stundenlanger Diskussion mit befreundeten Illustratoren wird mir klar, dass das was ich als einflussreich betrachte nur auf einen winzigen Teil des Gesamten zutrifft. Trotzdem würde ich mich jetzt mal auf Gustave Doré festlegen. In anderen Bereichen dann noch Frank Frazetta, Howard Pyle, Windsor McKay, Mel Ramos.

Welche Projekte stehen zukünftig bei Dir an?

Unmittelbar stehen Storyboards für Yello Strom und Animatics für Whiskas an, aber ich glaube nicht dass so etwas hier gemeint ist. Das nächste große Projekt wird meine Diplomarbeit sein. Im April 2009 sind die Prüfungen und ich werde in meiner Arbeit in irgendeiner Form Illustration einbringen. Vielleicht in Form eines illustrierten Buches, vielleicht in Form eines Comics. So genau weiß ich das noch nicht. Es wird aber auf jeden Fall etwas zu sehen geben. Alles weitere ist noch sehr unsicher und in Verhandlung weshalb es keinen Sinn macht es zu erwähnen.

Donnerstag, 4. Dezember 2008

Darrens "Weltsinfonie" wird Wirklichkeit

Im Beitrag vom 6. Juli (08) hatte ich ja über Jerrys Freund Darren und seinen Plan der "Weltsinfonie" über Youtube geschrieben. Nun, ob mans nun glaubt oder nicht, das Projekt wird jetzt anscheinend Wirklichkeit! Ob Darren allerdings noch etwas damit zu tun hat... wer weiß?