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Sonntag, 13. Mai 2012

Das richtige Mischungsverhältnis

Matteo Bohé mischt Cungerlan Folge 2
Aktuell arbeitet Matteo Bohé vom Kölner Tonstudio artaudio an der Mischung der erweiterten Neuausgabe von CUNGERLAN – Folge 2: Flucht aus höchster Gefahr. Die Folge setzt die Abenteuer um Bor Toth (ARD Serienstar Jo Weil), Meister Kentoka (Deutsche Stimme von Liam Neeson) und Doktor Ponder Keen (Peer Augustinski) fort. Hauptschauplatz der Handlung ist diesmal die gefährliche Stadt Dharambo, in der vor allem Schmuggler, Sklavenhändler und Erschaffer abstrakter Stahlplastiken Unterschlupf finden.

Wie in Folge 1 begonnen, wird auch diesmal die Mischung nach dem EDK – Extrem dynamischer Klang Verfahren erfolgen. Die richtige Abspieltechnik vorausgesetzt, ergibt sich dadurch ein umwerfendes „Mittendrin-und-voll-dabei-Feeling“, wie man es sonst nur aus dem Kino kennt.

Aber bevor es soweit ist, muß Matteo zunächst die notwendige Fleißarbeit erledigen: Pegel angleichen, „Knackser“ rausschneiden, Übergänge weicher machen. Es ist faszinierend mitzuerleben, wie so Stück für Stück das eigentliche Hörspiel aus einem Klangchaos herausgemeißelt wird. Und wie überall im Leben kommt es auch hierbei auf das richtige Mischungsverhältnis an.

PS: Das Foto zeigt Matteo beim "Aufräumen" der verschiedenen Spuren. Die eigentliche Mischung folgt später im großen Studio.

Sonntag, 29. April 2012

Leipziger Buchmesse 2012 - Nachtrag

Verbindungstunnel zu Halle 3
Inzwischen ist ja schon etwas Gras über die Leipziger Buchmesse 2012 gewachsen, dennoch möchte ich an dieser Stelle noch das sehr gute (und seeeeehr lange) Interview, das ich freundlicherweise Ralf "Searge" Pappers von Degatrons Radio geben durfte, nachreichen.

Das Interview behandelt hauptsächlich die Neuausgabe von CUNGERLAN; endlich war mal Zeit wirklich ausführlich zu den Hintergründen des Neustarts und den Unterschieden von alter und neuer Fassung Stellung zu nehmen. Die gesamte Sendung geht ca. 30 Minuten (inkl. toller Musik) und kann hier angehört werden.

Wer noch ein paar visuelle Eindrücke von der Messe haben möchte, kann sich auf die Bildergalerie von Degatrons Radio trauen.

Anzumerken wäre noch, dass "Searges" Interviewaufnahmegerät tatsächlich wie ein alter Elektrorasierer aussieht und ohne Weiteres als Requisit in der klassischen Star Trek Serie zu verwenden gewesen wäre... als Klingonentricorder, oder so ;o)

Sonntag, 8. April 2012

Frohe Ostern


...wünscht euch der Ohrland Verlag!

Sonntag, 25. März 2012

Cungerlan im Kampf gegen den Lautheitskrieg




Nicht nur inhaltlich, auch technisch geht CUNGERLAN neue Wege und schöpft die Möglichkeiten, die die Gattung „Hörspiel“ im Allgemeinen und das Medium „CD“ im Besonderen bieten, aus. Für die Neuausgabe der Serie sollte daher auch die Art, wie gemischt wird, geändert werden. Anders, als allgemein üblich, wollte ich keine komprimierte, sondern eine extrem dynamische Abmischung, die sich eher an der Art und Weise, wie man klassische Musik mischt, orientiert. Dadurch erhalten die Spitzen, z.B. Explosionen und Kanonenschüsse, mehr „Druck“, als sonst üblich. Durch den seit Jahren immer extremer geführten Lautheitskrieg („Loundness War“) der Musikindustrie, hat leider bei vielen Hörern ein Gewöhnungsprozess an immer höhere Kompression und Reduktion des Dynamikumfangs eingesetzt.

Durch diese Mittel wird versucht, die subjektiv empfundene Lautheit einer Aufnahme zu erhöhen. Mit immer höheren Lautheitspegeln, die man nicht mit Lautstärkepegeln verwechseln darf, soll u.a. erreicht werden, dass die Aufnahmen leichter vom Konsumenten in Umgebungen mit höheren Lärmpegeln konsumiert werden können, also etwa im Auto, im Zug, in der Nordkurve beim Pokalendspiel oder auf einer geschäftigen Einkaufsstraße. Auch bei Wiedergabesystemen mit geringerer Tonqualität wie z. B. Internet-Audiostreams, Mittelwellenradio, Fernsehen und Mobiltelefon werden höhere Pegel als subjektiv besser klingend empfunden.

Tatsächlich klingt es aber scheiße. Nicht nur, dass Kompression und Reduktion des Dynamikumfangs jede Natürlichkeit aus einer Aufnahme eliminieren, bei extremen Werten kommt es zudem zu deutlich hörbaren Verzerrungen („Clipping“). Abgesehen davon sollte die grundsätzliche Frage erlaubt sein, ob es überhaupt sinnvoll ist, Musik oder ein Hörspiel im Auto, im Zug, in der Nordkurve beim Pokalendspiel oder auf einer geschäftigen Einkaufsstraße zu hören. Wie wäre es zur Abwechslung mal damit, sich wirklich auf etwas zu konzentrieren? Gut, ich gebe zu, ich höre ja selbst gern Hörbücher und Hörspiele im Auto, aber bei den ständigen Staus auf Deutschlands Straßen ist das „Fahren“ mittlerweile fast schon die „Nebenbeschäftigung“. Mehr zum Lautheitskrieg kann man in diesem Artikel von DRadio Wissen erfahren.

Rein technisch ist bei 0dB Schluss. Das lauteste Signal einer Aufnahme wird also nie mehr als eben diese 0dB haben. Bei einer heute üblichen Musik, Hörbuch- oder Hörspielabmischung wird man, den Geboten des Lautheitskrieges gehorchend, versuchen, möglichst oft diesen 0dB nahe zu kommen. Bei einem Hörspiel wären das natürlich die Stimmen. Lauter als diese kann dann nichts mehr sein. Jeder, der schon mal versucht hat, sich auf einer Techno-Party ohne Selbstverstümmelung der Stimmorgane zu unterhalten, weiß, dass dies in der Realität äußerst selten vorkommt.

Für die Neuausgabe von CUNGERLAN wollte ich daher einen neuen Weg bei der Mischung beschreiten. Die lautesten Signale sollten nicht mehr die Stimmen sein, sondern die Ereignisse, die auch in echt ziemlich laut sind: Kanonenschüsse, Explosionen, Feuergefechte. Dazu wurde die Durchschnittslautstärke auf einen Wert zwischen -20 und -10 dB gesenkt – übrigens ein völlig normaler Wert vor Ausbruch des Lautheitskrieges. Zum Vergleich: Die Folgen der CUNGERLAN-Erstausgabe hatten einen Durchschnittslevel von -10 bis 0dB, was in etwa der heute üblichen Mischung eines Pop-Songs entspricht.

Damit der Hörer das jeweilige Wiedergabegerät auf die richtige Lautstärke einstellt, wurde ein kurzer Radiospot „Stimme Sanruhns“ produziert, der dem eigentlichen Hörspiel vorangestellt ist. Wer die Wiedergabelautstärke danach einstellt, sollte das Hörspiel durchgängig in einer angenehmen Lautstärke hören können – allerdings wird es bei Kanonenschüssen und Lasergefechten eben etwas lauter, als es sonst üblich ist. Man hat buchstäblich das „Mittendrin-Gefühl“, wie man es auch aus dem Kino kennt.

Im folgenden Ausschnitt aus CUNGERLAN Folge 1: Die Geburt der Revolution (Erweiterte Neuausgabe) kann man sich diesen Effekt bewusst anhören. Viel Spaß!

Hörprobe Cungerlan 1

Dienstag, 20. März 2012

Leipziger Buchmesse 2012





(v.l.n.r.) 1) Ohrland auf der Buchmesse, 2) Die neue, offene Hörspielarena, 3) Der 2. Eingang der Arena, 4) Lebenswichtiger O-Saft, 5) Der Ohrlandstand, 6) Flyer und Demo-CDs.



Am 15.-18. März konnte ich zum 4. Mal die Leipziger Buchmesse als Botschafter von Ohrland besuchen. Wie letztes Jahr war unser Verlag als Aussteller in der Neuauflage der Hörspielarena der Hörspielgemeinschaft vertreten. „Eingekeilt“ von den legendären Hörspiellabeln Lauscherlounge und Europa stach das grün hinterlegte Ohrland-Logo gut sichtbar hervor. Die Arena hat es geschafft, dass das Hörspiel endlich einen eigenen, festen Platz auf der Buchmesse erhalten hat und nicht mehr in der Flut der Hörbücher untergeht. Allein dafür gebührt den unermüdlichen Mitstreiterinnen und Mitstreitern der Hörspielgemeinschaft große Anerkennung und Lob.

Diesmal war die Hörspielarena zu beiden Seiten offen, so dass sich keine Besucherstaus ergaben, und statt sich hinter einer Wand optisch abzuschotten, war der Blick auf die Veranstaltungsbühne frei. Dadurch wurde manch ein Messebesucher zusätzlich angelockt, der sonst vielleicht achtlos an der Arena vorbeigegangen wäre. An der Infotheke wurden Interessenten professionell mit Demo-CDs, Flyern und Programmheften der Aussteller versorgt und in Sachen Hörspiel beraten. Die Bühnentechnik wurde ebenfalls – mit kleinen Abstrichen – besser beherrscht. Alles in allem haben die Panels, Diskussionsrunden und Livehörspiele sehr gut funktioniert. Auch die Besucherzahlen bei den Veranstaltungen waren, soweit ich das überblicken konnte, deutlich höher, als im letzten Jahr.

Samstag und Sonntag jeweils ab 13.30 Uhr hatte ich Gelegenheit zusammen mit Oliver Wenzlaff (Adams van Ghoot) und unserer unvergleichlichen Moderatorin Oda Plein von den Mindcrusher Studios eine Lanze für den Humor im Hörspiel zu brechen. Anhand von Umfragen und Meinungsäußerungen aus dem Publikum konnten wir darlegen, dass Humor im Hörspiel zu Unrecht ein Schattendasein führt, während andere Genres, z.B. Krimi und Thriller, regelmäßig die Charts anführen. Wie viel Arbeit, Blut, Schweiß und (Lach-)Tränen in der Erschaffung eines humorvollen Hörspiels stecken, konnten die Zuschauer dann am eigenen Leib erfahren, als sie unter meiner Anleitung live auf der Bühne eine kurze Szene aus CUNGERLAN Reloded – Folge 1 darbieten mussten. Das alles wurde für die Nachwelt von der großen Höragentin Ines Zimzinski auf Videoband festgehalten, während die kleine Höragentin ein limitiertes Cungerlan-Poster gewonnen hat. Aber das ist eine andere Geschichte und soll ein andermal erzählt werden.

Mein persönliches Highlight war das spontane Mini-Konzert von Mario Cuneo (Traumwandler) während der Happy Hour am Samstag. Danke an Jörg Mackensen von toneworx für den Rotkäppchensekt. Ich finde, aus der Happy Hour sollten wir eine Tradition machen.

Wie letztes Jahr wurden wieder rund 600 Demo-CDs unters Volk gebracht. Dazu kamen diesmal zwei verschiedene Flyer im praktischen Postkartenformat, die mit Hörproben-QR-Codes bestückt waren.

„Nach der Messe“ ist bekanntlich „vor der Messe“, d.h., ich kann mir jetzt schon mal Gedanken über die Farbe der Demo-CD 2013 machen – nur für den Fall, dass am 21. Dezember der Weltuntergang ausbleiben sollte.

Mittwoch, 29. Februar 2012

Ohrland: Großes Kino für die Ohren 2012

Wie in jedem Jahr haben wir auch diesmal wieder eine aktuelle Demo-CD aufgenommen. Die Sprachaufnahmen wurden im Kölner Tonstudio Acoustic-Mediadesign durchgeführt, Sprecher war, wie immer, Thomas Lang.

Wie schon bei den ersten und inzwischen vergriffenen Demo-CDs werden auch diesmal nicht einfach nur unkommentierte Ausschnitte aus unseren Hörspielen und Hörbüchern auf die Silberscheibe gepresst, sondern es wird zu jedem Projekt eine kurze Geschichte erzählt, man erfährt, wie die Projekte zustande kamen und was wir uns dabei gedacht haben. Darin eingeflochten gibt es dann Ausschnitte, Trailer oder Interviews zu hören.

Diesmal ist der Aufhänger der bevorstehende Weltuntergang am 21. Dezember. An diesem Tag endet der sagenumwobene Maya-Kalender und eine gewaltige Flutwelle wird alles Leben auf der Erde hinwegspülen. Oder auch nicht. Wer weiß? Bisher sind die von ihren jeweiligen Jüngern prognostizierten Weltuntergänge niemals eingetreten. Weder haben wir bisher das Neue Jerusalem gesehen, noch das endgültige Waldsterben, das Millenium ging spurlos an uns vorüber und auch der apokalyptische Klimawandel - der gemäß Anordnung von oben ganz bestimmt von den bösen, weißen Europäern und US-Amerikanern verursacht wird - lässt ein wenig auf sich warten. Aber die Maya lagen bestimmt richtig. Ganz sicher.

Jedenfalls habe ich die allgemeine Apokalypsenbegeisterung zum Anlass genommen, und die aktuelle Demo-CD "Weltuntergangsedition" genannt. Diese wird - selbstverständlich wie immer kostenlos - am Ohrland Stand auf der Hörspielarena (Halle 3 / Stand B 302) auf der Leipziger Buchmesse 15.-18. März 2012 verteilt. Diesmal ist die Farbe grün. Die CD enthält 19 Tracks und ist mit über 60 Minuten Spielzeit die bisher längste Demo-CD, die wir produziert haben. Man kann die CD nach der Messe auch beim Verlag anfordern oder im Pressebereich als mp3-Version herunterladen.

Selbstverständlich wird Ohrland auch wieder mit zwei Programmpunkten vertreten sein. Am Samstag, 17.März um 13.30 Uhr zusammen mit meiner wunderbaren Moderatorin Oda Plein mit dem Panel "Humor ist eine todernste Sache: Innovative Hörspielkonzepte am Beispiel von „Cungerlan“" und am Sonntag, 18.März um 13.30 Uhr brechen Oliver Wenzlaff und ich eine Lanze für mehr Humor in der deutschen Hörspiellandschaft. Das komplette Programm der Hörspielarena könnt ihr euch hier herunterladen.

Wer schon immer mal wissen wollte, wie unsere Demo-CDs entstehen, kann sich gern das kurze "Making of..." Filmchen auf youTube ansehen. Viel Spaß!


Dienstag, 31. Januar 2012

Es schweift wieder... Update 06.02.2012

Hallo und willkommen im Jahr 2012. Das neue Jahr hat mich bereits wieder sehr arbeitsreich im Griff. Ich denke, euch wird es ganz ähnlich gehen. Wer zwischendurch etwas entspannen will, kann am Sonntag, den 12. Februar um 20.00 Uhr zur Primetime unser atmosphärisch-düsteres SF-Hörspiel "Der Schweif des Diabolus" in voller Länge auf HörbuchFM hören.

Das 2010 nach dem Buch von Helga P. Schubert entstandene Hörspiel ist eine Co-Produktion mit der Akademie Deutsche Pop/Köln. In der spannenden Produktion liefern sich Fritz Stavenhagen (bekannt u.a. aus "Ritter Rost") und Florian Böder ein packendes Psychoduell - im wahrsten Sinne des Wortes. Und darum gehts:

Mnemoration. Rückerinnerung. So nennt man in der Zukunft die schmerzhafte Erinnerungsprozedur, der alle verurteilten Straftäter unterzogen werden. Jeder Gedanke, jede Erinnerung, jedes Gefühl wird der Öffentlichkeit preisgegeben. Ein Menschenleben, reduziert zu einem Studienobjekt. Alle Zweifel an dieser Methode werden von der Regierung der Vereinigten Erdstaaten systematisch unterdrückt. Die Durchführung dieser Prozedur liegt in den Händen der beinahe allmächtigen Mnemoratoren.

André Beyer (Florian Mischa Böder) war ein solcher Mnemorator. Jetzt wird er selbst wegen Mordes zur Rückerinnerung verurteilt. André weiß genau, was auf ihn zukommt. Doch ihm geht es nicht darum, seine Unschuld zu beweisen. Er verbirgt etwas. Ein Geheimnis, das niemand erfahren darf. Auch der mit allen Wassern gewaschene Mnemorator Dr. Meridian (Fritz Stavenhagen) nicht, der in den Windungen von Andrés Seele nach der Wahrheit sucht.


Das Hörbücher-Magazin urteilte bei der Veröffentlichung „Das interessante Hörspiel entstand mit Studenten der Kölner Akademie Deutsche-Pop, die u.a. Nebenrollen besetzt und Aufnahmetechnik übernommen haben. Böder und Stavenhagen spielen ordentlich, doch Hut ab vorm Soundtrack von Gunther Steudel, der eine beklemmend unwirkliche Atmo schafft.“ hörBücher Magazin, 01/2011

Am Dienstag, 07. Februar läuft auf HörbuchFM ab 22.00 Uhr in der Sendung "Formel Mord #70" ein Interview mit Fritz Stavenhagen zu "Der Schweif des Diabolus". Das Interview findet sich in der betreffenden Woche auch auf der Unterseite zur Sendung http://www.hoerbuchfm.de/sendungen/formelmord.

Wie schon bei der Onlineausstrahlung von CUNGERLAN Folge 0-4 wird HörbuchFM auch diesmal wieder ein Gewinnspiel auf facebook veranstalten. Zu Gewinnen gibt es 3x eine CD von "Der Schweif des Diabolus". Das Hörspiel kann weiterhin über amazon oder unseren Webshop erworben werden.

Wer das Hörspiel noch nicht kennt:

"Der Schweif des Diabolus" - Hörprobe

"Der Schweif des Diabolus" - Regisseur Michael Ziellenbach erzählt über seinen Zugang zum Hörspiel, seine Arbeitsweise und die gesellschaftlich-politische Dimension des Stücks





"Der Schweif des Diabolus" - Audio Feature: Regisseur Michael Ziellenbach im Gespräch mit Fritz Stavenhagen und Florian Böder